
xALM Produktbeschreibung
xALM ist eine Software zur Unterstützung des ALM Prozesses in einem Versicherungsunternehmen.
Simulationen mit eigens entworfenen und beliebig zusammen gestellten Szenarien auf der Grundlage von Geschäfts- berichtsdaten (HGB - Bilanz, GuV, Wirtschaftsprüferberichte) führen zu einer Reihe von aussagekräftigen Auswertungen, die unterstützend bei Entscheidungsprozessen herangezogen werden können.
Aufsichtsrechtliche Pflichten machen eine globale Unternehmens- betrachtung unumgänglich. Auflagen wie MaRisk und Solvency II fordern eine grundlegende, zukunftsorientierte Risikobewertung. xALM unterstützt bei der Identifizierung und Bewertung von Risiken durch Auswertungen z.B. zu Solvenz/Risikokapital, Ruinwahrscheinlichkeit oder den BaFin Stresstests.
Folgende Abschnitte beschreiben das Produkt xALM näher:
Analyse-Prozess
Ein ALM-Analyse Prozess mit xALM umfasst die folgenden Schritte:
- Ausgangsdaten erfassen
- Planung durchführen
- Kapitalmarktentwicklung
- Unternehmensentwicklung - Berechnungen (Simulationen) durchführen
- Auswertungen anzeigen
- Ergebnisse bewerten
- Weitere Berechnungen durchführen
- Auswertungen anzeigen
- Ergebnisse bewerten (eventuell bei Bedarf mehrfach)
- Planung abschließen
Grundlage für die Simulation sind Unternehmenskennzahlen eines Basisjahres. Diese Daten können meist direkt dem Geschäftsbericht entnommen werden. Die Anwendung stellt eine Arbeitsmappe zur Verfügung, in die Daten wie Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung eingegeben werden können. Dabei können die Daten in unterschiedlichen Detailierungsgraden eingegeben werden. Je genauer die Ausgangsdaten vorliegen, desto genauer kann eine Simulationsrechnung durchgeführt werden und desto präziser sind auch die Ergebnisse.
Die beliebig definierten Anlageklassen werden Indexklassen zugeordnet, die von der Anwendung vorgegebenen sind. Die Indexklassen werden in der Simulation beispielweise für Marktwertbestimmung herangezogen.
Modell
Das Kernstück der ALM Simulationsanwendung ist die Geschäftslogik. Diese ist in folgende Teilbereiche aufgeteilt:
- Marktmodell
- Unternehmensmodell
- Bestandsmodell
- Bilanzierungsmodell
- Anlagemodell
- Managementmodell
- Auswertungsmodell
Das Marktmodell bildet die Sachverhalte ab, die den Markt unabhängig vom Unternehmen beschreiben.
Das Unternehmensmodell orientiert sich an Aktiv- und Passivseite der Bilanz eines Versicherungsunternehmens und ist zudem mandantenfähig. Sowohl Aktiva (hier vornehmlich das Anlageportfolio) als auch relevante Passiva (Versicherungstechnische Rückstellungen) sind in eigenen Bereichen abgebildet. Ein eigenes Managementmodell bietet die Möglichkeit, ein Regelwerk festzulegen, welches bei der Simulation berücksichtigt wird. Durch ein zentrales Auswertungsmodell ist der Benutzer in der Lage, die Unternehmenssituation mittels aussagekräftiger Auswertungen zu analysieren.

Überblick über die Modellabhängigkeiten
Szenarien
Die Simulation erfolgt auf der Basis von multideterministischen Szenarien. Die Modellierung der verschiedenen Komponenten ermöglicht auch hier eine fachliche Strukturierung der Szenarien. So erfolgt die Planung der Finanzmarktszenarien unabhängig von Planung der Unternehmensszenarien.
Ein Finanzmarktszenario lässt sich in vier Teilbereiche unterteilen:
- Zinsszenarien
Die Zinsszenarien beschreiben die erwartete Entwicklung der Zinsstrukturkurve während der Simulation.
- Spreadszenarien
Der maßgebliche Einfluss der Credit Spread Entwicklung auf die Kapitalanlagestrategie wird in xALM durch ein eigenes Spread Szenario abgebildet. Der Benutzer hat die Möglichkeit die Entwicklung der Credit Spread Werte für vom System vorgegebene Indexklassen anzugeben.
- Performanz-Szenarien
Neben der Marktwertbestimmung mittels Barwertmethode ist es auch möglich, eine Performanz der vorgegebenen Indexklassen zu definieren.
- Marktabhängigkeitsszenarien
Unter der Annahme der Normalverteilung und der Angabe von Korrelationen und Volatilitäten der Indexklassen kann für jedes Jahr der Simulation eine Ausfallwahrscheinlichkeit für das darauf folgende Jahr bestimmt werden. Daten für Korrelationen und Volatilitäten können über Marktabhängigkeitsszenarien dem System bekannt gegeben werden.
All diese Teilbereiche lassen sich beliebig zu einem Finanzmarktszenario kombinieren. Dabei erhält der Benutzer Unterstützung durch die graphische Oberfläche.

Darstellung der Szenarien in der Anwendung
Für die Simulation sind neben den Finanzmarktszenarien noch zwei weitere Szenario-Typen von Bedeutung:
- Unternehmensszenarien
Unternehmensrelevante Plangrößen wie z.B. die Entwicklung des Policen-Bestandes, Kosten und Erträge werden in Unternehmensszenarien abgebildet. Dabei ist auch hier eine detailierte Planung optional möglich.
- Allokationsszenarien
Ein Hauptfaktor einer erfolgreichen Geschäftspolitik eines Versicherungsunternehmens ist die Kapitalanlagestrategie. Die ALM Anwendung wird dieser Tatsache mit einem eigenen Allokationsszenario für Kapitalanlagen gerecht. In einem Allokationsszenario kann ein Unternehmen die Struktur seiner Kapitalanlagen planen. Unterschiedliche Kapitalanlagestrategien und deren Auswirkungen auf das Unternehmen können mit xALM simuliert, ausgewertet und miteinander verglichen werden.
Auswertungen
Für die Analyse stehen dem Anwender eine Reihe von Tabellen und graphischen Auswertungen zur Verfügung:
- Bilanzprojektionen
- Projektionen der Gewinn- und Verlustrechnung
- Entwicklung der Kapitalanlagen
- Entwicklung der Verteilung des Risikokapitals
- Entwicklung der Ausfallwahrscheinlichkeiten
- Entwicklung der BaFin Stresstests
Bei der Auswertung der Ergebnisse ist die Gesamtbetrachtung des Unternehmens zu berücksichtigen, das bedeutet, dass die Analyse sich nicht nur auf eine Auswertung konzentrieren sollte. Ziel der Auswertung ist es, die Schwachstellen des Unternehmens im jeweiligen Szenario zu identifizieren. Solche Schwachstellen könnten bei den Kapitalanlagen z.B. Anlageklassen mit hohem Risiko und vergleichsweise niedrigen Ertragswerten oder eine insgesamt schlechte Diversifikation durch zu starke Investition in einen Branchenzweig sein.
Sind die Schwachstellen identifiziert können Gegenmaßnahmen geplant werden. Im Falle der ineffizienten Kapitalanlage kann u.U. eine Reallokation der Anlageklassen in Frage kommen. Eine solche Umschichtung kann mittels Allokationsszenario geplant und auch simuliert werden.
Um die Auswirkung der neuen Strategie gegenüber den ersten Simulationsrechnungen zu visualisieren, bietet xALM die Möglichkeit der Vergleichsauswertung an. Berechnungsergebnisse von beliebigen Simulationsläufen können innerhalb einer Auswertung angezeigt werden. Um den Benutzer bei der Analyse der Auswertungen zu unterstützen, kommen in den Auswertungen Pivottabellen und Pivotdiagramme zum Einsatz. Mit deren Hilfe lassen sich für die Analyse relevante Teilaspekte gezielt selektieren und anzeigen.
In xALM bestehen alle Auswertungen aus Excel Arbeitsmappen. Diese können somit nicht nur außerhalb der Anwendung betrachtet sondern auch weiterverarbeitet und individuell aufbereitet werden.

Auswertung Verteilung Risikokapital

Ausfallwahrscheinlichkeiten unterschiedlicher Strategien
Anwendungsarchitektur
Für den ALM Entscheidungsprozess ist neben dem Ergebnis einer Simulation auch das Verständnis über dessen Entstehung und die Zusammenhänge wichtig, aus denen sich das Resultat ergibt.
Die xALM Anwendung geht dabei einen vollkommen neuen Weg. Dem Benutzer wird die Möglichkeit gegeben, Zusammenhänge und Berechnungsvorschriften der Geschäftslogik selbst nachvollziehen zu können. Um dies zu ermöglichen, basiert die Implementierung auf der xAlerator Spreadsheet Technologie, die mittels Microsoft Office Excel® angezeigt werden kann.
Die Excel-Arbeitsmappen stehen als Quellen für die Geschäftslogik innerhalb der xALM Anwendung zur Verfügung und können vom Benutzer direkt betrachtet werden.
Individuelle Gestaltung
xALM verfügt über eine voll einsatzfähige Geschäftslogik. Die xAlerator Technologie bietet die Möglichkeit, weitere unternehmensindividuelle Richtlinien in die Anwendung zu integrieren. Jede Geschäftsführung entwickelt ein eigenes Regelwerk zur Steuerung des Unternehmens. xALM bietet nun eine Möglichkeit, auf einfache und bekannte Weise eigene Vorgaben in das Programm zu integrieren. Dazu ein Beispiel:
Betrachtet werden soll folgende Managementregel:
Regel: Wenn die Freie RfB einen Anteil von x % überschreitet, dann ist eine Zwangsausschüttung insgesamt in Höhe des überschießenden Betrages an die Versicherungsnehmer vorzunehmen.
Für die Implementierung sind zunächst Vorüberlegungen zu treffen und eine Berechnungsvorschrift zu überlegen, die die obige Managementregel umsetzt:
- Struktur der RfB
Als Erstes wird der grundsätzliche Aufbau der Bilanzposition "Rückstellung für Beitragsrückerstattung" zu klären.
- Berechnungsvorschrift für eine maximal mögliche Freie RfB
Der Wert "x%" gibt den maximalen Anteil der Freien RfB an der Gesamt-RfB an. Unter der Annahme, dass die restlichen Positionen der Gesamt-RfB konstant bleiben, lässt sich die maximal mögliche Freie RfB ermitteln durch:
freie RfB(max) = gesamtRfB * x
freie RfB(max) = (festgelegte lfd ÜA + festgelegte SÜA + gebundene SÜA + freie RfB(max)) * x
freie RfB(max) = (festgelegte lfd ÜA + festgelegte SÜA + gebundene SÜA) * x / (1-x)
Ist der Istwert der Freien RfB größer als der mit obiger Formel errechnete Sollwert, wird der Unterschied dieser beiden Werte aus der RfB entnommen.
Eine mögliche Umsetzung in Excel sieht wie folgt aus, mit Hilfe von xAlerator kann diese Berechnungsvorschrift leicht ohne Programmieraufwand in die bestehende ALM Anwendung integriert werden.

Managementregel Auflösung der freien RfB
Zur besseren Verständlichkeit ist dasselbe Tabellenblatt hier nochmals mit Beispielwerten gefüllt:

Managementregel Auflösung der freien RfB - Beispielwerte
Lesen Sie mehr dazu in unserer detaillierten Projektbeschreibung:
| xALM: Aktiv-Passiv-Steuerung in Versicherungsunternehmen |
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